
Vom 6. bis zum 14. Juli diesen Jahres fand die Laser Radial Weltmeisterschaft der Damen in der schottischen Kleinstadt Largs statt. Am Start waren 114 Schiffe aus 41 Nationen. Die Olympiasiegerin von 2008, Anna Tunnicliffe, aus den USA sowie die derzeitige Europameisterin Tina Mihelic aus Kroatien waren dabei. Die besten der Welt, trafen sich wieder einmal um sich zu messen. Alles was Rang und Namen hatte war da. Diesmal fehlte niemand.

Mein Team und ich reisten bereits am 4. Juli an, um vorher das Revier zu testen. Diesmal brauchten wir unsere Boote nicht mitnehmen, da bei einer Weltmeisterschaft in unserer Bootsklasse, neue Boote gechartert werden müssen. Das einzige was wir bei solch einem Event mitbringen müssen, sind Blöcke, Schoten und ein Segel. Bevor man aber an den Start geht, muss das ganze Material jedoch vermessen werden, damit auch niemand einen Vorteil erlangen kann.
Nachdem wir unsere neuen Schiffe per Losverfahren erhalten hatten, trainierten wir zwei Tage bei guten 15 bis 22 Knoten Wind. Seit unserer Ankunft, hatte sich meine Vermutung und die Windstatistiken über dieses Revier bestätigt und ich machte mir keine Sorgen darüber, dass wir zu wenig Wind erwarten würden.
Am 9. Juli wurde gegen Mittag, dass erste Rennen angeschossen. Wir starteten in 2 Gruppen mit je 57 Booten pro fleet. In 6 Tagen sollten, 6 Qualirennen und 6 Finalrennen statt finden. Doch leider, scheinen wir dieses Jahr nicht wirklich viel Glück zu haben. In den 6 Tagen schafften wir mal gerade 5 Qualirennen und ein Finalrennen. Mit den Plätzen 18, 14, 35, 9, 10 und 23 landete ich somit auf Rang 18.
Mein Ziel war jedoch eine Top 16 Platzierung, um meinen Kader für den Deutschen Segler-Verband zu bestätigen. Dieser wäre meiner Meinung nach auch drinnen gewesen, wenn da nicht immer diese kleinen Schusselfehler wären. In dem Rennen wo ich 9. geworden bin, war ich bis kurz vor Ziel noch zweite. Doch wieder einmal, hatte die Jury mich ins Visier genommen und gab mir auf dem letzten Raumwind, wegen body-pumping eine gelbe Flagge. Somit musste ich mal wieder, meine zwei Kringel ziehen um mich zu bereinigen.
Einen weit schwerwiegenden Fehler, der eine besser Platzierung verhinderte, machte ich im ersten und letzten Finalrennen. Nachdem nun die Gruppen in Gold- und Silberfleet eingeteilt waren, begann das Spiel von neuem. Mit einer konstanten Serie konnte man weit vorne landen. Daher wählte ich einen eher konservativen Ansatz. Die Wetterprognose für diesen Tag sah nicht gerade gut aus. Angesagt waren 4 Knoten aus Südöstlichen Richtungen. Als die Wettfahrtleitung uns raus schickte, hatten wir jedoch noch Wind aus Nord Nord Ost mit etwa 5 bis 10 Knoten. Zuerst haben wir wieder warten müssen und die erste Regenfront zog währenddessen durch. Als das erste Rennen abging stand bereits rechts vom Kurs eine dicke schwarze Wolke über Land und bewegte sich erstmal nicht. Mein Start war nicht perfekt aber ich konnte sehr schnell eine freie Bahn erwischen und bin um die 15 oder 20 an der ersten Marke angekommen. Auf dem Vorwind teilte sich das ganze Feld. Ich hielt mich mittig. Der Wind flaute immer weiter ab und über Land bildete sich plötzlich ein kleiner Tornado. Man merkte, wie das Feld unruhiger wurde und alle einen kurzen Augenblick von dem eigentlichen Vorhaben abgelenkt wurden. So was sieht man eben nicht jeden Tag und so schnell wie er entstand, löste er sich auch wieder auf. Nach der zweiten Kreuz ging der Wind nach rechts, frischte auf, und ich konnte viele Meter gut machen. Rundete um 11 und verlor dann leider, durch einen kurzen Moment der Unachtsamkeit, auf dem Vorwind der zum reach wurde gut 10 Boote. Fehler werden in solch einem Feld hart bestraft. So lief ich am Ende nur als 23. ins Ziel ein. Nach dem Zieleinlauf schlief der Wind komplett ein und die Wettfahrtleitung musste auf den nächsten Tag verschieben. Nur sollte es, die nächsten beiden Tage erst zu wenig Wind werden und am Ende einfach viel zu viel.
Im Moment bin ich noch ziemlich enttäuscht, aber ich habe gemerkt, dass ich wieder einen großen Schritt nach vorne gemacht habe und nun, die kleinen Fehler nur noch ausgemerzt werden müssen. Die Starts sind um vieles besser geworden und der Speed und die Taktik stimmen. Auch wenn es bei dieser Weltmeisterschaft nicht hundertprozentig geklappt hat, habe ich schon wieder das nächste Event anvisiert. So leicht bin ich nicht unter zu kriegen und ich freue mich darauf, in drei Wochen bei dem letzten Weltcup dieser Saison in Weymouth an den Start zu gehen.
Für alle die gerne mal nach Schottland wollen. Nimmt euch regenfeste Sachen und einen Regenschirm mit. ![]()
Es gab nicht einen einzigen Tag an dem es mal nicht geregnet hat. Landschaftlich ist es wirklich schön! Nur sollte man nicht unbedingt im Juli kommen.
Also auf bald
Eure Franzi
Ergebnisse und Bilder auf:
http://www.laserworlds2010.co.uk/radial
Bild des kleinen Tornados auf:
http://marcturner.photoshelter.com/gallery-image/Laser-Radial-Worlds-Largs-2010/G0000yZkmU7iIB3M/I0000jIIM5ybdK2I

