Antenne M-V Segeln

Web-Blog des Glashäger Leistungsteams 2012
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Sturm, Flaute und jede menge Regen bei der WM

19. Juli 2010

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Vom 6. bis zum 14. Juli diesen Jahres fand die Laser Radial Weltmeisterschaft der Damen in der  schottischen Kleinstadt Largs statt. Am Start waren 114 Schiffe aus 41 Nationen. Die Olympiasiegerin von 2008, Anna Tunnicliffe, aus den USA sowie die derzeitige Europameisterin Tina Mihelic aus Kroatien waren dabei. Die besten der Welt, trafen sich wieder einmal um sich zu messen. Alles was Rang und Namen hatte war da. Diesmal fehlte niemand.

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Mein Team und ich reisten bereits am 4. Juli an, um vorher das Revier zu testen. Diesmal brauchten wir unsere Boote nicht mitnehmen, da bei einer Weltmeisterschaft in unserer Bootsklasse, neue Boote gechartert werden müssen. Das einzige was wir bei solch einem Event mitbringen müssen, sind Blöcke, Schoten und ein Segel. Bevor man aber an den Start geht, muss das ganze Material jedoch vermessen werden, damit auch niemand einen Vorteil erlangen kann.

Nachdem wir unsere neuen Schiffe per Losverfahren erhalten hatten, trainierten wir zwei Tage bei guten 15 bis 22 Knoten Wind. Seit unserer Ankunft, hatte sich meine Vermutung und die Windstatistiken über dieses Revier bestätigt und ich machte mir keine Sorgen darüber, dass wir zu wenig Wind erwarten würden.

Am 9. Juli wurde gegen Mittag, dass erste Rennen angeschossen. Wir starteten in 2 Gruppen mit je 57 Booten pro fleet. In 6 Tagen sollten, 6 Qualirennen und 6 Finalrennen statt finden. Doch leider, scheinen wir dieses Jahr nicht wirklich viel Glück zu haben. In den 6 Tagen schafften wir mal gerade 5 Qualirennen und ein Finalrennen. Mit den Plätzen 18, 14, 35, 9, 10 und 23 landete ich somit auf Rang 18.

Mein Ziel war jedoch eine Top 16 Platzierung, um meinen Kader für den Deutschen Segler-Verband zu bestätigen. Dieser wäre meiner Meinung nach auch drinnen gewesen, wenn da nicht immer diese kleinen Schusselfehler wären. In dem Rennen wo ich 9. geworden bin, war ich bis kurz vor Ziel noch zweite. Doch wieder einmal, hatte die Jury mich ins Visier genommen und gab mir auf dem letzten Raumwind, wegen body-pumping eine gelbe Flagge. Somit musste ich mal wieder, meine zwei Kringel ziehen um mich zu bereinigen.
Einen weit schwerwiegenden Fehler, der eine besser Platzierung verhinderte, machte ich im ersten und letzten Finalrennen. Nachdem nun die Gruppen in Gold- und Silberfleet eingeteilt waren, begann das Spiel von neuem. Mit einer konstanten Serie konnte man weit vorne landen. Daher wählte ich einen eher konservativen Ansatz. Die Wetterprognose für diesen Tag sah nicht gerade gut aus. Angesagt waren 4 Knoten aus Südöstlichen Richtungen. Als die Wettfahrtleitung uns raus schickte, hatten wir jedoch noch Wind aus Nord Nord Ost mit etwa 5 bis 10 Knoten. Zuerst haben wir wieder warten müssen und die erste Regenfront zog währenddessen durch. Als das erste Rennen abging stand bereits rechts vom Kurs eine dicke schwarze Wolke über Land und bewegte sich erstmal nicht. Mein Start war nicht perfekt aber ich konnte sehr schnell eine freie Bahn erwischen und bin um die 15 oder 20 an der ersten Marke angekommen. Auf dem Vorwind teilte sich das ganze Feld. Ich hielt mich mittig. Der Wind flaute immer weiter ab und über Land bildete sich plötzlich ein kleiner Tornado. Man merkte, wie das Feld unruhiger wurde und alle einen kurzen Augenblick von dem eigentlichen Vorhaben abgelenkt wurden. So was sieht man eben nicht jeden Tag und so schnell wie er entstand, löste er sich auch wieder auf. Nach der zweiten Kreuz ging der Wind nach rechts, frischte auf, und ich konnte viele Meter gut machen. Rundete um 11 und verlor dann leider, durch einen kurzen Moment der Unachtsamkeit, auf dem Vorwind der zum reach wurde gut 10 Boote. Fehler werden in solch einem Feld hart bestraft. So lief ich am Ende nur als 23. ins Ziel ein. Nach dem Zieleinlauf schlief der Wind komplett ein und die Wettfahrtleitung musste auf den nächsten Tag verschieben. Nur sollte es, die nächsten beiden Tage erst zu wenig Wind werden und am Ende einfach viel zu viel.
Im Moment bin ich noch ziemlich enttäuscht, aber ich habe gemerkt, dass ich wieder einen großen Schritt nach vorne gemacht habe und nun, die kleinen Fehler nur noch ausgemerzt werden müssen. Die Starts sind um vieles besser geworden und der Speed und die Taktik stimmen. Auch wenn es bei dieser Weltmeisterschaft nicht hundertprozentig geklappt hat, habe ich schon wieder das nächste Event anvisiert. So leicht bin ich nicht unter zu kriegen und ich freue mich darauf, in drei Wochen bei dem letzten Weltcup dieser Saison in Weymouth an den Start zu gehen.

Für alle die gerne mal nach Schottland wollen. Nimmt euch regenfeste Sachen und einen Regenschirm mit. ;-)
Es gab nicht einen einzigen Tag an dem es mal nicht geregnet hat. Landschaftlich ist es wirklich schön! Nur sollte man nicht unbedingt im Juli kommen.

Also auf bald
Eure Franzi

Ergebnisse und Bilder auf:

http://www.laserworlds2010.co.uk/radial

Bild des kleinen Tornados auf:

http://marcturner.photoshelter.com/gallery-image/Laser-Radial-Worlds-Largs-2010/G0000yZkmU7iIB3M/I0000jIIM5ybdK2I

Höhepunktwettkampf 2010 in Gdynia Polen

05. Juli 2010

Die Europameisterschaft für die 49er Klasse findet dieses Jahr vom 05.07.- 10.07. in Gdynia (Polen) statt. Ein für uns bereits bekanntes Revier, da vor zwei Jahren im gleichen Ort die Juniorenweltmeisterschaft der 470er ausgetragen wurde.
Markante Punkte sind die kapplige Welle und die etwas stärkeren Strömungsverhältnisse.
Die EM ist in diesem Jahr unser Höhepunktwettkampf, auf den wir die letzten Monate gezielt drauf hinarbeiteten. Im letzten Jahr konnten wir uns mit einem 34. Platz für den DC Kader qualifizieren.
Dieses Jahr ist das vorgegebene Ziel Top 50%. Somit würden wir uns für den C- Kader qualifizieren. (82 Boote am Start)
Der Kaderstatus ist für die weiter Unterstützung des DSV notwendig.

Wir haben bereits 3Tage Training in Gdynia hinter uns und mussten uns bei eher leichten Winden erstmals beweisen.
Bei sonnigen 25 bis 30 Grad konnten wir den Strand leider nur von weitem beobachten.
Das Boot und unser Material hatten höchste Priorität um ein möglichen Ausfall im Wettkampf zu vermeiden.
Erstmals in diesem Jahr werden wir von unserem „alten“ Heimtrainer Ulf Lehmann betreut, der uns für alle Fragen und Wünsche offen steht.

Die Vorhersagen für die kommenden Tage sagen leichte Winde voraus. Wir sind motiviert und gehen mit gutem Gewissen in den Wettkampf.
Über die Zwischenergebnisse werden wir euch natürlich informieren.

Bis dahin

49er GER 1038
Team Goltz/Grüning

Von Kiel nach San Francisco

25. Juni 2010
Jan Kurfeld auf Kurs

Jan Kurfeld auf Kurs

Nach meinem 16.Platz beim Weltcup im südfranzösischen Hyères in der letzten Aprilwoche, bin ich am 1.Mai direkt weitergefahren zur Europameisterschaft nach Split in Kroatien um mich dort ebenfalls unter den Top 16 zu platzieren und die Qualifikation für den Bundeskader-B zu schaffen. Dafür haben wir noch eine Woche Training zur unmittelbaren Wettkampfvorbereitung angesetzt um dann mit Revierkenntnissen in der 2.Maiwoche in die Meisterschaft zu starten. Wie so oft zeigte sich die Adria vor Split dann aber pünktlich zum Wettkampf von einer völlig anderen Seite als in der Vorbereitung. Die Woche der Europameisterschaft war von leichten und drehenden Winden und zusätzlich starkem Strom aus verschiedenen Richtungen geprägt. So konnten wir an 6 Tagen auch nur 7 von geplanten 11 Wettfahrten absolvieren. Leider kam ich mit diesen Bedingungen nicht so gut wie erhofft klar und landete am Ende auf Platz 28 im Feld der 97 Segler. Hinzu kam, dass mein Trainer Roberto Güldenpenning einen Tag vor Wettkampfbeginn aus persönlichen Gründen abreisen musste. Trotzallerdem habe ich das Minimalziel, ein Platz unter den ersten 30 Seglern, erreicht und werde somit ab Oktober wieder im C-Kader des Deutschen Segler-Verbandes sein. Eine Möglichkeit zur Verbesserung und Qualifikation für den B-Kader habe ich aber noch bei der Weltmeisterschaft in San Francisco vom 28.08. bis 04.09. dieses Jahres. Das Glashäger Leistungsteam und der Segler-Verband Mecklenburg-Vorpommern unterstützen mich maßgeblich bei meiner Teilnahme in San Francisco. An dieser Stelle nochmals vielen Dank!
Nach der Europameisterschaft lag ich leider mit einer Lebensmittelvergiftung für eine Woche im Bett und konnte nicht trainieren. Trotzdem lief es direkt im Anschluss an die Krankheit bei dem 3. Weltcup des Jahres im holländischen Medemblik für mich mit Platz 13 sehr gut. So konnte ich in Holland die letzte Wettfahrt der Regattaserie gewinnen. Ähnlich gut lief es 3 Wochen später bei der Kieler Woche, dem deutschen Weltcup, mit Platz 1 in der ersten Wettfahrt und Gesamtplatz 11 weiter. Leider verpasste ich mit nur einem Punkt Abstand das Medal Race (Finalwettfahrt für die besten 10 Teilnehmer), dies wäre die erste Teilnahme an einem Medal Race bei einem Weltcup für mich gewesen. Die nächste Chance auf eine solche Teilnahme bietet sich für mich aber schon beim Weltcupfinale im August im englischen Weymouth, dem Segelrevier der Olympischen Spiele 2012. Alle anfallenden Kosten übernimmt der DSV für mich, da ich bei der Kieler Woche der beste deutsche Teilnehmer war. Eine Woche nach der Regatta steige ich dann ins Flugzeug Richtung San Francisco.
Von dort aus werde ich Euch natürlich auf dem Laufenden halten.

Jan Kurfeld auf Kurs

Let's go to San Francisco

Viele Grüße
Jan